Mein Besuch auf dem Handwerkerhof fecit

werkhof_webIm Juni habe ich den Handwerkerhof fecit in Kiel besucht. Dieser bietet Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen die Möglichkeit, eine handwerkliche Tätigkeit zu erlernen und dauerhaft auszuüben.

In den Werkstätten können Menschen, die in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind, berufliche Schlüsselqualifikationen erwerben und ihre Arbeitskraft produktiv für andere einsetzen. Denn Arbeit begreifen wir als Tätigwerden für andere Menschen. Hier ist der Bericht von Lena, über den ich mich sehr gefreut habe.

Arfst ist ein Bundestagsabgeordneter (Bündnis 90/Die Grünen) und hat bei seinem Rundgespräch in den Räumen des Handwerkerhofes fecit tatsächlich 2/3 der Mitarbeiter zusammen geholt.

Er ist ein sehr lebendiger frei denkender offener Mensch und seine lockere Art kam gut an. Besonders gut kam es an, dass er sehr nahbar ist und sich mit viel Verständnis in die Menschen mit Hilfebedarf hineinversetzen kann. Er erzählte uns, was sein Name bedeutet (altdänisch: starker Adler) und zum Ende der Veranstaltung fanden wahrscheinlich alle sein Name sehr passend.

Er hatte nur zwei Tage Überlegungszeit, um als Nachrücker im Bundestag einzuziehen. Wir erfuhren, wie viel so ein Mensch, der im Bundestag ist, zu tun hat. Arfst ist ein viel beschäftigter Mann und arbeitet 12-14 Stunden am Tag. Er selbst ist als Abgeordneter im Ausland gewesen. So berichtete Er uns über seine Gespräche mit Menschen in Tunesien, die es schwer nachvollziehen können, dass es trotz Demokratie in Deutschland nur so eine geringe Wahlbeteiligung gibt.

Wir können und sollten wählen!

Wir müssten uns auch um Entwicklungsländer kümmern und dafür als Gesellschaft Sorge tragen, dass die Menschen mit Allem versorgt werden, was der Artikel des Grundgesetzes verspricht. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Ich würde aber sagen: Die Würde aller Menschen ist zu achten!

Er sprach auch darüber, dass auch im Landtag und Bundestag Menschen im Niedriglohnbereich tätig sind. Harz 4 kritisiert er, weil es keine Kostenersparnis gibt. Er ist ein Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommens.

Mit dem Geld des Grundeinkommens (800-1000 Euro im Monat), könnte der Mensch wieder beginnen selber Arbeitsplätze zu schaffen.

Alles, was Menschen tun hat unwahrscheinlich viel mit Politik zu tun. Wir können Unterdrückungsmechanismen fördern, oder uns Gedanken machen, wie wir zum Beispiel einkaufen. Was wollen wir fördern bei der Auswahl am Kühlregal oder Billig-Sachen wahrscheinlich gemacht durch Kinderarbeit – oder weniger Kaffee trinken aber dann aus Gerechten Handel. Diese Handlungen sind nicht leicht, weil sich der Mensch leider nur selten frei sprechen kann: er ist mehr ein Schnäppchen-Jäger als ein Mensch, der an alle denkt. Eben, die Würde aller Menschen ist zu achten!

Das war also der Besuch von Arfst und wir würden uns über eine Fortsetzung freuen.

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