Equal Pay Day – Aktionstag für Entgeltgleichheit

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Arfst Wagner und Monika Lazar auf der Kundgebung am Brandenburger Tor

80 mal früh aufstehen, 80 mal in eine Bahn quetschen und 80 mal stundenlang arbeiten, nur um das Gleiche zu verdienen, was der Kollege schon am Jahresende bekommen hat. So sieht es für viele Frauen in Deutschland aus, denn die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern hat zur Folge, dass Frauen 80 Arbeitstage jährlich mehr arbeiten müssen als Männer, um den Lohnunterschied auszugleichen.

In Deutschland verdienen Frauen, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, für gleiche oder gleichwertige Arbeit 22% weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Das heißt, das Frauen für den gleichen Lohnbetrag den Männer bis zum 31.12.2012 verdient haben, noch bis zum heutigen 21. März 2013 arbeiten mussten. Der Equal Pay Day macht bereits seit 2008 mit bundesweiten Aktionen auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam.

Deshalb habe ich heute zusammen mit anderen Grünen, Frauenverbänden, Gewerkschaften und BürgerInnen an einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor teilgenommen. Außerdem hat die Grüne Bundestagsfraktion einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, Entgeltdiskriminierung der Frauen zu verhindern.

Der große Unterschied zwischen den Löhnen von Frauen und Männern wird durch viele Faktoren beeinflusst. Zum einen ist er auf den geringen Frauenanteil in Führungspositionen zurückzuführen, zum anderen auf die schlechtere Bezahlung von typischen Frauenberufen, wie zum Beispiel Pflegeberufen. Aber, sogar nachdem all diese Faktoren aus der Rechnung ausgeschlossen werden, bleibt ein Lohnunterschied von 8 Prozent, der nur veralteten Konzepten der geschlechtlichen Rollenverteilung zuzuordnen ist: Frauen werden zu oft nicht als Arbeitnehmerinnen betrachtet, sondern als Dazuverdienende, die sich um die Familie kümmern und mit ihrem Gehalt nur einen kleinen Beitrag zum Familieneinkommen beitragen.

Zu diesem Modell tragen auch Teilzeit- und Minijobs bei, welche einen deutlich niedrigeren Stundenlohn haben. 2011 arbeiteten, laut Statistischem Bundesamt 45 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren in Teilzeitjobs, und mehr als 22 Prozent hatten einen Minijob.

Heute ist der Tag an dem Frauen ihre männlichen Kollegen beim Gehalt des letzten Jahres eingeholt haben und morgen wird der Tag sein an dem Bündnis 90/Die Grünen mit einem Antrag sicherstellen wollen, dass es so etwas in der Zukunft nicht mehr gibt, weil für gleiche Arbeit auch das gleiche Geld verdient wird.

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