Rente mit 67 aussetzen?

Richtig, lieber Peer Steinbrück:

„Die Antwort auf den mathematischen Druck der Demographie kann nicht die ersatzlose Suspendierung der Rente mit 67 sein“, sagte er dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel.

Die Rente mit 67 selbst aber auch nicht! 

„Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir die Voraussetzungen für eine längere Lebensarbeitszeit schaffen müssen“, sagte Parteichef Cem Özdemir der Süddeutschen Zeitung.

Doch Cem! Es führt ein Weg dran vorbei. Die Einführung einer bedingungslosen Grundsicherung für alle Menschen ist die notwendige politiscdhe Antwort auf die immer weniger werdende Anzahl an Lohnarbeitsplätzen.

Und weiter sagst Du der „Süddeutschen“:
„Statt mit einer Aussetzung vor der traurigen Wirklichkeit zu kapitulieren und das Pferd von hinten aufzuzäumen, muss endlich dafür gesorgt werden, dass die Rente mit 67 für manche Menschen nicht zu einer Rentenkürzung durch die Hintertür wird.“

Die Rente mit 67 ist selbst eine Kapitulation vor der Wirklichkeit, die allerdings gerade hier NICHT traurig ist, sondern die Erfüllung von Zielen in der Arbeitswelt der letzten Jahrzehnte:
Meine 88-jährige Mutter sagte kürzlich: Wir haben doch auch deshalb so viel gearbeitet, damit ihr nicht mehr so viel arbeiten müsst.

Ökonomisch nennt man das  Rationalisierung. Und wenn wir das Problem einmal global betrachten, dann wissen wir, und Du auch Cem, dass die Arbeitslosigkeit weltweit in den kommenden Jahren noch erheblich zunehmen wird. Und auf diesem Hintergrund ist die Rente mit 67 die besagte „Kapitulation“, auch vor der eigenen Ideenlosigkeit und der eigenen Verhaftung in  einem Lohnarbeitssystem, dass sich längst überholt hat.

Und wie sagt Fritz Kuhn, unser Grüner Oberneoliberaler? Wir lesen: „Jetzt die Rente mit 67 auszusetzen, würde bedeuten, den Druck rauszunehmen.“

Ja Fritz, das hätte ich doch gern genauer. Auf wen willst Du Druck ausüben? Auf die Politik? Aber doch bitte nicht auf Kosten der 65-67-Jährigen? Denn DIE bekommen doch den Druck ab
bzw. diejenigen, die früher in Rente gehen. Oder meinst Du, wenn man Menschen fördern will, muss man Druck ausüben ujnd zwar auf die Betroffenen? Da ist nur ein sehr kleiner Schritt hin zu: Je größer der druck, um so größer die Erfolgsaussichten? Oder wie meinst Du das?

Die Rente mit 67 ist nichts anderes ale eine Rentenkürzung! Was denn sonst? Etwa die Sorge darüber, diese Menschen wüssten mit ihrer Zeit nichts anzufangen?

Dass sich bei Grünen und SPD jetzt das alte Hartz IV-Denken wieder zu Wort meldet, erscheint panoptisch.

Nötig wären ganz andere Wege. Das systematische Umsteigen auf eine echte unkürzbare Grundsicherung für alle und echte Angebote für Freiwilligenarbeit zum Beispiel.
Diejenigen, die immer noch meinen, man müsse an der Lohnarbeit und der Tatsache, dass sich die Sozialsysteme auf diese Lohnarbeit stützen müsse, festhalten, weil dies „alternativlos“ sei, sind selbst, Gott sei Dank, NICHT alternativlos.

Weg mit der Rente mit 67!
Weg mit bevormundendem und gängelndem Hartz IV-System und- Denken!
Fordern wir die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens für alle!

Arfst Wagner (Direktkandidat zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Wahlkreis Schleswig-Süd für  Bündnis90/Die Grünen)

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