Grün macht Kinderrechte GROSS: Arfst beim Kinderschutzbund Nordfriesland

Die Bundestagsfraktion hat anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention mit der Aktionsreihe „Grün macht Kinderrecht GROSS“ einen Beitrag zur Umsetzung und Bekanntmachung der Kinderrechte zu leisten. Viele Grüne Bundestagsabgeordnete haben die Patenschaft für eines der UN-Kinderrechte übernommen. „Arfsts Paragraph“ ist Artikel 27, der für angemessene Lebensbedingungen, Unterhalt: Jedes Kind hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben und einen angemessenen Lebensstandard. Um Eltern und anderen für das Kind verantwortlichen Personen bei der Verwirklichung dieses Rechts zu helfen, reicht es nicht mehr aus, an einzelnen Schräubchen im bisherigen System zu drehen. Mit einem Grundeinkommen für alle Kinder – in Höhe des aktuellen soziokulturellen Existenzminimum – kann der grundlegende Bedarf gedeckt werden, den Kinder für ihre Entwicklung benötigen und den das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat.

Arfst hat den Kinderschutzbund Nordfriesland besucht und sich informiert, was hier getan wird, um Kindern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Im Gespräch mit Geschäftsführer Gregor Crone erfährt er vom umfassenden Angebot: für die Allerkleinsten, ab dem Alter von 9 Wochen, gibt es Tagesmütter. Frauen, die ordentlich ausgebildet sind und eine feste Anstellung beim Kinderschutzbund haben und maximal fünf Kinder von 7 bis 17 Uhr betreuen, in den eigenen Räumlichkeiten oder in denen der Einrichtung. An fünf Wochen im Jahr haben Tagesmütter und Kinder Urlaub. „Für so kleine Kinder sind feste, verlässliche Bezugspersonen immens wichtig. Wir „Waldörfler“ sagen, das Kind braucht ganz viel „Einhüllendes“, eine Hülle aus Wärme und Geborgenheit, die es umfängt. Dies ist mit diesem Tagesmuttermodell gegeben.“ resümiert Arfst Wagner.

Der Kinderschutzbund betreibt neben einem Kindergarten auch an mehreren Schulen in Husum und in Friedrichstadt Horte, zum Teil werden die Grundschulkinder hier sogar morgens vor Schulbeginn betreut. Das Nachmittagsangebot umfasst ein Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und ein vielfältiges Spiel- und Freizeitangebot. In der hort-eigenen Küche wird auch mal gebacken – hier half Arfst kräftig mit, besonders beim Teig-Naschen.

Wichtig ist aber auch das pädagogische Angebot. So gibt es für Kinder, die mit den Freiheiten des offenen Horts an der Schule nicht zurecht kommen, eine zusätzliche, kleinere Gruppe außerhalb. In Husum leben viel kurdische Familien, für sie ist das deutsche Schulsystem oft nicht leicht zu durchschauen. Ein kurdischer Elternbegleiter hilft den Eltern und erklärt, was wichtig zu wissen ist und übersetzt auch mal ein Zeugnis. Sehr erfolgreich ist das Angebot, dass eine Dolmetscherin bei Gesprächen zwischen Eltern und Lehrern übersetzt. Endlich scheitert der Austausch nicht mehr an Sprachbarrieren – etwa wenn einem Flüchtlingsmädchen, das erst seit einem Jahr in Husum zur Schule geht und dem nach der 4. Klasse die Hauptschul-Empfehlung droht, obwohl es in allen Fächern befriedigende Leistungen zeigt, außer in Deutsch. „Wenn der Deutschlehrer diesem Kind eine „5“ gibt, obwohl es in diesem einen Jahr die Sprache schon so gut gelernt hat, dass es in Mathematik und Biologie und Englisch dem Unterricht folgen kann, dann legt er ihm damit wissentlich Steine in den Weg. Entwickelt sich ein Kind, das so schnell gelernt hat, weiterhin so gut, kann es gut auch das Abitur schaffen. Hier darf ein Lehrer nicht demotivierend wirken. Viel zu oft herrscht ein alltäglicher Rassismus vor, wenn Migrantenkinder gar nicht erst die Möglichkeit bekommen, auf das Gymnasium, zu gehen, weil es ihnen niemand zutraut.“

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